Nazi-Künstler Breker auch im Angebot des Kunstkaufhaus „ars mundi“

„Kunst ist nie unschuldig.“
Prof. Dr. Silke Wenk

Genau sieben verschiedene Reproduktionen von Kunstwerken des Nazi-Künstlers Arno Breker (1900-1991) werden bei dem renommierten Kaufhaus „ars mundi“ angeboten (a).
Es sind:
- die Zeichnung „Ajax der Große, Sohn des Königs von Salamis“ von 1988 für 320 Euro
- die Zeichnung „Amor und Psyche“ von 1988 für 340 Euro
- die Skulptur „Verliebtes Mädchen“ für 2.150 Euro
- die Skulptur „Tänzerin“ für 2.800 Euro
- die Skulptur „Die Sinnende“ für knapp 3.000 Euro
- die Porträt-Büste „Salvador Dalí“ für 3.750 Euro
- die Skulptur „Helena“ für 4.500 Euro
Jede der Skulpturen ist nummeriert und vom Meister handsigniert.
Breker hatte seit 1935 emsig für die Nationalsozialisten gearbeitet. Seine mythischen Motive und sein Körperkult waren hier neben den persönlichen Sympathien die Überschneidungspunkte mit den Nazis. In Brekers Figuren sahen sie die Ideale ihrer Rassenlehre versinnbildlicht.
Er wurde zum „bedeutendsten deutschen Bildhauer der Gegenwart” und damit zum Aushängeschild des Regimes. Auch institutionell gewann Breker an Einfluss in kunstpolitischen Gremien. Auch für den italienischen Faschisten-Führer Mussolini war Breker aktiv.
Persönlich fand Breker Zugang zu den Größen des 3. Reiches; er galt sogar als Lieblingsbildhauer Hitlers.
Für die Steinbildhauerwerkstätten Arno Breker GmbH arbeiteten an Figuren gegen Kriegsende bis zu 50 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter.
Nach Kriegsende blieb Breker in Kotakt mit seinen Kameraden. In den 1970ern bekam er den Goldenen Ehrenring des rechtsextremen „Deutschen Kulturwerkes Europäischen Geistes” verliehen. Zudem schrieb er für die rechtsextremen „Deutsche Monatshefte” (b).
Bei dieser Biografie Brekers ist es bedenklich, dass „ars mundi“ dabei mithilft Breker wieder als „normalen“ Künstler zu etablieren.

by R. Schwarzenberg
[02.11.2006]

ANMERKUNGEN
(a) Siehe: https://www.arsmundi.de/epages/arsmundi.storefront
(b) stern/mw/lk: Ausstellung für einen Altnazi?, 03. August 2006; http://www.stern.de/unterhaltung/ausstellungen/566980.html?nv=cb