Archiv für Mai 2007

Leserbrief zum Artikel „Müsse’ un’ solle’“ in der Jungle World 17/07:

„Rammstein gegen Störkraft

Was in kaum einem Artikel zum Fall Oettinger mal erwähnt wird, ist, dass Oettinger und Filbinger als Jungmannen in reaktionären Männerbünden eine Art Spät-Sozialisation erfuhren. Ob das nun wie bei Filbinger der katholische Schüler- und Studentenbund Neudeutschland war oder wie bei Oettinger die schlagende Landsmannschaft Ulmia Tübingen. Als Oettinger 2000 vor der Öffentlichkeit bei einem Festakt seiner Ulmia in seiner Bierseligkeit alle drei Strophen des Deutschlandsliedes trällerte, war der Skandal groß. Wer aber das sonstige korporationsstudentische Lied»gut« kennt, insbesondere die mündlich tradierten »Nachstrophen«, weiß, dass das Memel-Maas-Lied sich dagegen teilweise ausnimmt wie Rammstein gegen Störkraft. Der CDU-Stahlhelmflügel wie auch das Personal des Studiumzentrums Weikersheim setzt sich zu einem nicht unwesentlichen Teil aus Studentenverbindungsmitgliedern zusammen.

ralf schwarzenberg“
(http://www.jungle-wo
rld.com/seiten/2007/19/9882.php)

Für Ruhm und Ehre gegen die asiatischen Horden

Die Rahmenhandlung ist leicht erzählt, spartanische Elitekrieger halten mit ihren (vernachlässigbaren) griechischen Bundesgenossen, den Pass der Thermophylen gegen die Übermacht des persischen Heeres. Nur durch Verrat gelingt es den Persern diesen Pass zu umgehen, aber das heldenmütige Opfer der Spartaner ermöglicht letztlich den Sieg der Hellenen im gesamten Krieg.
Wage knüpft der Film an die tatsächlichen Ereignisse bzw. deren überlieferten Versionen an.
Ästhetisch ist der Film „300“ unbestritten sehr gut. Doch inhaltlich ist er äußerst bedenklich. Denn der Film lässt eine Art von faschistischer Ästhetik-Rezeptionsmöglichkeit zu.
Die Spartaner sehen so riefenstählern aus, als wären sie aus „Triumph des Willens“ oder aus Brekers verklemmten homoerotischen Fantasien entsprungen.
Im Gegensatz dazu werden die Perser als Masse dunkelhäutiger orientalischer Krieger konstruiert, die zu hunderten gegen die Breker-Gestalten fallen.
Im Kampf gegen diese „asiatischen Horden“ ruft der spartanische König auch noch zum Erringen von „Ruhm und Ehre“ auf. Das erinnert doch an die Himmlerischen Truppen, die Waffen-SS.
Der aus der Bundeswehr geschmissene Elitekrieger-General Günzel hätte es nicht schöner sagen können. Und richtig, der General bezog sich noch zu Dienstzeiten, 1995, auf die alten Spartaner:
„Ich erwarte von meiner Truppe Disziplin
wie bei den Spartanern, den Römern oder bei der Waffen-SS.“
Zu der Darstellung der dunkelhäutigen orientalischen Angreifer, die mich an eine Illustration aus einem deutschen Sagenbuch von 1941 im Kapitel über die Roland-Sageerinnerte, kommt noch, dass der Zwei-Meter große Perserkönig von Kleidung äußerst schwuchtelig dargestellt wird. Dass diese weibische „Leder-Uschi“ nur mit Verrat über die wehrhaften Mannen Spartas siegen kann ist schnell klar.
Die Filmfans mögen zu dieser reaktionäre Rezeptionsebene einwerfen „Aber das war doch so.“
Sicher waren die Spartaner ziemlich harte Kerle und haben mit der Tötung von irgendwie krank wirkenden Babys, wie ihm Film dargestellt, auch tatsächlich aktive Eugenik praktiziert, aber in vielem sind auch heutige Denkweisen in den Film eingeflossen.
Die Spartaner verteidigten nicht eine Ur-Demokratie gegen einen orientalischen Despoten, sondern eine patriarchalisch-aristokratische Sklavenhaltergesellschaft gegen einen Despoten.
Auch die Darstellung eines Kulturkampfes ist kaum eine Wiedergabe der damaligen Wirklichkeit, sondern eine Projektion heutiger Ansichten.
Den Regisseuren kann man noch nicht einmal den Hauptvorwurf machen, sie haben sich eng an die Vorlage gehalten und dem Film mit der spartanischen Königen sogar ein progressives Element beigefügt, was im Comic-Original gar nicht existierte.
Trotzdem sind die Sin-City-Reihe und ihre Verfilmung um Längen besser, denn „300“ ist inhaltlich nicht besser als der Hollywood-Pathos „The last Samurai“.

by Cemal Merak

Stahlgewitter im Neckartal

Literarische Vorlieben sind generell Privatsache und sagen auch nur zum Teil etwas über politische Orientierung aus.
Trotzdem sind die Jünger der Brüder Jünger aufmerksam zu betrachten, weil es sich oft um mehr als nur eine literarische Vorliebe handeln könnte.
Ernst Jünger (1895-1998) war ein bekannter deutscher nationalistischer Literat und Schreiber.
Nach seiner Teilnahme am ersten Weltkrieg schrieb Jünger besonders 1925 bis 30 zahlreiche Artikel für nationalrevolutionäre Publikationsorgane und wurde durch seine Schreibtätigkeit zu einer Ikone der antidemokratischen Rechten und zum einem der Totengräber der Weimarer Republik.
Ein Nationalsozialist aber war Jünger nicht. Der Käferforscher, Anti-Demokrat und Kriegsromatiker Jünger lehnte den ihm von den Nationalsozialisten angebotenen Sitz im (schon gleichgeschalteten) Reichstag ab. Damit war er nicht allein. Einige rechte Vordenker aus der Weimarer Republik lehnten den Führungsanspruch des Nationalsozialismus im rechten Lager ab und sahen sich in Konkurrenz zu den Nationalsozialisten.
Genau auf diese, scheinbar unbelasteten, antidemokratischen Protagonisten und Randifiguren bezieht sich die so genannte „Neue Rechte“ in der Bundesrepublik.
Trotz seiner Abneigung gegenüber des NS tat Jünger treu seinen Dienst in der Wehrmacht.
Im Jahr 1939 wurde Jünger zur Wehrmacht eingezogen und zum Hauptmann befördert. Er wirkte im Stab des Militärbefehlshabers von Frankreich in Paris, wo er unter anderem für die Briefzensur zuständig war. Im Jahr 1942 wurde er dann in den Kaukasus geschickt.
Er wohnte seit der Nachkriegszeit im schwäbischen Wilfingen (Landkreis Biberach, Regierungsbezirk Tübingen)
Seine jugendlichen nationalrevolutionären Positionen revidierte Jünger nach Kriegsende zum Teil und neigte jetzt eher dem kulturpessimistischen Konservatismus zu.
Neben dem Literat Jünger existierte aber immer noch der Ideologe Jünger. Eine Trennung ist schwierig bis unmöglich, weil sich beide gegenseitig beeinflusst haben.
Ähnliche Probleme tauchen zum Beispiel auch bei Richard Wagner auf: Ist das bombastische germanomanische musikalische Werk Wagners wirklich von Wagners rassistischen und antisemitischen Vorstellungen zu trennen?
Wenn auch der ältere Ernst Jünger sich weniger politisch aktiv betätigte als der jüngere, so verlor er doch nie den Kontakt zur politischen Ebene.
Bis zuletzt blieb Jünger mit hohen konservativen Politikern in Kontakt. Zum Beispiel nahm er mit dem damaligen CDU-Politiker Helmut Kohl und dem französischen Staatspräsidenten Francois Mitterand 1984 in Verdun an der Ehrung der Opfer des Ersten Weltkrieges teil.
Der jüngere Jünger-Bruder Friedrich Georg Jünger (1898-1977) scheint ein ähnliche Entwicklung wie sein Bruder gemacht zu haben. Nach der Teilnahme am ersten Weltkrieg schrieb er für den rechten und republikfeindlichen Veteranenverband Stahlhelm und weitere rechtsextreme Blätter.
Mag Ernst Jünger auch seine jugendliche Schützengraben-Euphorie abgebaut haben, so behielt er doch bis zu seinem Lebensende anti-egalitäre Vorstellungen.
Jünger ist nicht ganz ohne Grund ein Idol der Rechten, insbesondere der antidemokratischen Rechten.
Der Journalist und Buchautor Andreas Speit führt ein Wichtiges Ideologem der „Neuen Rechten“ auf Jünger zurück: Den Heroischen Realismus.
Dazu schreibt Speit:
„Ernst Jünger, der >Genüssling des Barbarismus< (Thomas Mann), verbindet die Absage an die >Eiszeiten des Protestantismus, des Rationalismus und der Aufklärung< mit der Zusage zum >schicksalhaften Kampf< , dem es sich zu stellen gelte, um dieses Zeitalter zu beenden. Alles sei gerechtfertigt, solange es diesem Ziel dient. Jüngers Wille zur >totalen Diktatur< und zur >totalen Mobilmachung< wird aufgegriffen. Dabei heiligt auch bei den heutigen Anhängen der Zweck alle Mittel […].“ (b)
Genau hier liegt der Ansatzpunkt, der Ernst Jünger auch eine ideologische Gefolgschaft bescherte.
Es hat einen Grund warum das verhinderte Waffen-SS-Mitglied Armin Mohler (1920-2003) von 1949 bis 1953 Privatsekretär von Jünger war und sich im Anschluss zu DEM Vordenker der antidemokratischen Neuen Rechten etablierte. Oder warum die neurechte Berliner Wochenzeitung „Junge Freiheit“ so oft Dinge berichtet, die in Zusammenhang mit Ernst Jünger stehen, dass man sie scherzhafterweise auch „Ernst Jüngers Freiheit“ nennen könnte.
Deswegen ist sollte man genauer hinsehen, wenn sich Fans der Jünger-Brüder treffen oder als Gruppe konstituieren.
Im Todesjahr Jüngers, 1998, wurde der „Freundeskreises der Brüder Ernst und Friedrich Jünger“ gegründet.
Über die jährlichen Treffen des Freundeskreises („Jünger-Symposium“) im Kloster Heiligkreuztal nahe Wilflingen berichtet gern auch die bereits erwähnte „Junge Freiheit“ (siehe zum Beispiel Ausgabe 15/00 oder Nr. 17/04 vom 16. April 2004).
Es handelt sich dabei zum Teil um Personen, die Jünger noch persönlich kannten. So ist zum Beispiel ein Graf von Stauffenberg Vorsitzender, der Jünger 47 Jahre in seinem Haus in Wilfingen beherbergte.
Der Freundeskreis gibt sich unpolitisch bzw. konservativ und ist anscheinend enger mit der Universität Tübingen verbunden, in deren Verlag anfangs seine Schriften erschienen.
Die letzten beiden Schriften erschienen in der Schriftenreihe „Freundeskreises“, wurden aber nicht mehr wie zuvor im Universitäts-Verlag, sondern in einem eigenen kleinen Verlag, dem „Jörg F. Hagenlocher Verlag“ herausgebracht:
+ „Wilfried Steuer, Begegnungen mit Ernst Jünger“, herausgegeben von Georg Knapp, 2001
+ „Albert von Schirnding, Begegnungen mit Ernst Jünger“, herausgegeben von Georg Knapp, 2002
Der Herausgeber Georg Knapp war im Übrigen eine Hilfskraft Jüngers.
Schon zu Jüngers Lebzeiten hatte er in Tübingen einen Hausverlag. Der Verleger Ewald Katzmann benannte seinen Tübinger Furche-Verlag sogar in Heliopolis-Verlag um, in dem Jüngers gleichnamiges Buch erschien.
In der Weimarer Zeit war Jünger anscheinend in Tübingen recht beliebt. Ein Journalist schilderte in Tübingen die „dummdreiste Arroganz der herrischen Industriellensöhne
in dem Villenviertel der Corpshäuser und Burschenschaftsheime:
[…] über Beide aber herrscht mit einer durch das Milieu dieser sonderbaren Stadt gestärkten Autorität der verbissenen Kleinstadtprofessor, der Rauschebart, und knetet den Teig zu einem völkisch-deutschnationalen Kuchen. In den Buchläden liegen breit und protzig die >Werke< des J.F. Lehmann- und des Scherl-Verlages: >In Stahlgewittern< von Jünger, Hitlers und
Ludendorffs >Memoiren< und aller von der Großstadt ausgespiene antisemitisch-teutonische Kitsch.“
(c)
Auch bei der beliebten Studierenden-Onlinegemeinde studivz findet sich für Tübingen eine Anzahl von Jünger-Anhängern. Die bei Studivz gegründete Gruppe „Ernst-Jünger-Bau Tübingen“ setzt sich für eine Umbenennung des Brechtbaus in Ernst-Jünger-Bau ein. Natürlich ist das nicht ganz ernsthaft gemeint, aber dass dem linken Literaten der rechte Literat Ernst Jünger gegenübergestellt wird, ist ernst gemeint. Bezeichnenderweise wurde als Bild der Gruppe eine Bild des jungen Jünger gewählt.
Jünger scheint sich zeit seines Lebens und auch danach in Tübingen einer gewissen Beliebtheit zu erfreuen.

by R. Schwarzenberg
[07.03.2007]

ANMERKUNGEN
(a) www.juenger-haus.de/beschreibungdt.pdf
(b) Andreas Speit: Schicksal und Tiefe. Sehnsüchte der „Neuen Rechten“, in: Jean Cremet, Felix Krebs, Andreas Speit: Jenseits des Nationalismus. Ideologische Grenzgänger der „Neuen Rechten“. Ein Zwischenbericht. Hamburg/Münster, 1999, , Seite 32 und 33
(c) Berringa Schönhagen: Tübingen unterm Hakenkreuz, Tübingen 1991, Seite 37

VERWENDETE LITERATUR
Rolf Peter Sieferle: Die Konservative Revolution. Fünf biographische Skizzen, Frankurt/Main 1995, Kapitel zu Jünger

Paul Noack: Ernst Jünger. Eine Biographie, Berlin 1998, Seite 235-243

Bild-Impressionen aus Nordirland

In der britischen Konfliktprovinz Nordirland gibt es seit Jahrzehnten die Tradition, dass beide Seiten die grauen Wände der Arbeitersiedlungen mit politischen Bildern mit viel Pathos verzieren.
Diese „Murals“ dienen natürlich der Propaganda, aber es geht aber auch darum, der „gegnerischen“ Bevölkerungsgruppe eine Grenze zu markiieren. So weiß jeder über die Murals und die jeweilige Beflaggung (Ulster-Fahne & Union Jack = Protestanten, Flagge der Irischen Republik = Katholiken) wer in diesem Viertel, Dorf, Straße dominiert.
Trotzdem die protestantisch-unionistisch-loyalistische Seite stark ins Rechtsextreme geht und auch entsprechende Kontakte auf europäischer Ebene hat und die katholisch-republikanische Seite besonders in ihren Anfängen emanzipative Ansätze aufweist, sind beide politische Bewegungen nationalistisch.
Radikalisierte beider Seiten haben in Vergangeheit auch schon viele Zivilisten getötet.
In der Bundesrepublik bestehen in alten antiimperialistischen Kreisen anscheinend noch Pro-IRA-Solidaritäts-Restbestände, die früher erheblich größer war.

Im Folgenden eine kleine Bilderschau aus Nordirlands Hauptstadt Belfast.
(Danke an P. in Irland für die Bilder!)
Ulster Loyalists
OBEN: Loyalistisches Mural

Protestantisches
OBEN: Denkmal für Stevie McKeag, angeblich ein 14facher Mörder, aber auf jeden Fall Mitglied der Mördertruppe „Ulster Freedom Fighters“

Mein internationaler Befreiungsk(r)ampf
OBEN: Mit der IRA solidarisierten sich viele nationalistische Befreiungsbewegungen und andersrum. Diese Solidarität ging oft auch ins Praktische. So wurde die IRA von der PLO trainiert (wie die RAF oder die rechtsextreme Wehrsportgruppe Hoffmann auch) und von Lybien ausgerüstet.

Antisemitismus in Belfast
OBEN: Israel Flagge am Wettbüro – Antisemitismus gibts auch in Belfast.
Das Graffiti könnte von Anhängern der Republikaner stammen.
Obwohl die Loyalisten eher rechtsextrem sind identifizieren sie sich insgesamt mehr mit Israel. Während sich die Republikaner natürlich in angedank der alten „Waffenbrüderschaft“ mit der PLO solidarisieren und glauben Analogien zwischen ihrem Fall und dem der Palästinenser entdecken zu können.

Hier ein paar weitere Bilder aus Nordirland, die mich erreichten.

kath. Murral in Belfast
OBEN: Abgebildet ist Bobby Sands, der als inhaftiertes IRA-Mitglied an einem Hungerstreik teilnahm, der für ihn am 5. Mai 1981 tödlich ausging. Sands wurde trotz seiner Inhaftierung bei einer Nachwahl in das britische Parlament gewählt. Darauf deutet das MP (Member of Parliament) hinter seinem Namen hin. Allgemein ist Sands bei den nordirischen Nationalisten und ihren Sympathisanten weltweit DER Märtyrer schlechthin.

Mural Bogside Derry
OBEN: Katholisches Wandgemälde aus der Bogside Derry (dass nur bei den Protestanten Londonderry heißt). Die Bogside ist ein Wohnbezirk der nordirischen (katholischen) Nationalisten außerhalb der Stadtmauern von Derry.

antibritischer Demonstrant
OBEN: vermummter antibritischer Demonstrant in Derry

katholisches Murral in Derry
OBEN: Katholisches Murral in Dery

Wall of Solidarity in Belfast
OBEN: auf dem katholischen Murral namens „Wall of Solidarity“ in Belfast wird die Verbindung zu anderen Befreiungsnationalismen (inklusive Palästina) gezogen

Palästina-Solidarität in Belfast
OBEN: katholisches Murral, was die arabische Flagge mit der irischen zu verbinden sucht
Im praktischen Bereich sind die PLO und die IRA alte Waffenbrüder. Wobei nach den Attentaten vom 11. September nordamerikanische Geldgeber der IRA einen Abbruch der Beziehungen erzwangen.

Protestantisches Murral in Derry
OBEN protestantisches Murral in Derry
Britannien wird als Rächer-Tod dargestellt. Könnte eigentlich auch katholischen Ursprungs sein …

protestantisches Murral in Belfast
OBEN: protestantisches Murral in Belfast
Union-Jacks sind immer sichere Anzeichen, dass die Verfasser des Murrals sich als Unionisten begreifen und damit vermutlich auch protestantisch und probritisch sind.
Die Rote Hand, der offiziellen Flagge der Provinz Nordirland entlehnt wird ebenso nur von Protestanten verwendet. Eine neue unionistische Terrorgruppe nennt sich sogar „Red Hand Defenders“.

by R. Schwarzenberg
[23.01. & 03.02.2007]

PS: Vielen Dank auf die grüne Insel für das interessante Bildmaterial.

Mehr Murals findet man unter: http://cain.ulst.ac.uk/murals/

UPDATE (31.01.07):
Die antisemitische/antizionistische Schmiererei fand in einem mehrheitlich protestantischen Viertel statt, könnte also auch von protestantischen Nationalisten herrühren.

Mein Leserbrief zum Artikel „Schau weg“ in der Jungle World 49/06:

„Deutsch-konservativ bei Hörzu
Schade, der Artikel zu der Zeitung Hörzu fiel doch reichlich unkritisch aus. Ist doch das Blatt in jüngster Vergangenheit durch eine rassistische und kolonialistische Werbung aufgefallen: Auf den Werbeplakaten ist eine traditionell gekleidete afrikanische Frau mit Tellerlippe dargestellt, die sich in den Händen eines westlich gekleideten weißen Schlipsträgers befindet. Dazu der Spruch: »Irgendwann nimmt man nicht mehr irgendwas.« Ebenso unerwähnt bleibt, dass der rechtsextreme Aktivist Joachim Siegerist (u.a. Vorsitzender der »Deutschen Konservativen«) eine Zeit lang Chefreporter des Springer-Blatts war. Auf der Homepage der Organisation »Deutsche Konservative« von Siegerist heißt es dazu: »Strauß scheiterte als Kanzler-Kandidat – nicht zuletzt an Geißler und Kohl. Siegerist wollte wieder ›Voll-Journalist‹ werden und ging als Chefreporter zur Hörzu. ›Meine schönste und beste Zeit als Journalist – mit dem großartigen Chefredakteur Peter Bachér, den ich bis heute verehre.‹« Nach seinem Weggang von Hörzu gründete Siegerist dann 1986 die Gruppe »Die Deutschen Konservativen«, der er bis heute vorsteht.
ralf schwarzenberg“

(http://www.jungle-world.com/seiten/2007/01/9096.php)