Erwin Rommel: Des Teufels General

Wohl kaum einer von Hitlers Generälen wird bis heute derart verklärt und unkritisch betrachtet wie Erwin „der Wüstenfuchs“ Rommel (1891-1944).
Hier eine kleine Zusammenstellung der Schlechtigkeiten, die diese beliebte Namensikone von mehreren Bundeswehrkasernen beging.

Zu den militaristischen Friedenszeiten im 3. Reich war Rommel zuerst Ausbilder an der Dresdner Infanterieschule und leitete zusätzlich noch HJ-Ausbildungskurse, beteiligte sich also am paramilitärischen Training der Jugend.
Im Polenfeldzug und beim Überfall auf die CSSR war Rommel dann Kommandant des Führer-Hauptquartiers.

Kriegsverbrechen in Italien

Ab Herbst 1943 führte die Wehrmacht in Italien einen „schmutzigen“ Krieg. Am 23. September 1943 gab Rommel, der den ehemaligen italienischen Verbündeten überaus kritisch gegenüberstand, die Weisung:
„Irgendwelche sentimentalen Hemmungen des deutschen Soldaten gegenüber Badogliohörigen Banden in der Uniform des ehemaligen Waffnkameraden sind völlig unangebracht. Wer von diesen gegen den deutschen Soldaten kämpft, hat jedes Anrecht auf Schonung verloren und ist mit der Härte zu behandeln, die dem Gesindel gebührt, das plötzlich seine Waffen gegen seinen Freund wendet. Diese Auffassung muss beschleunigt Allgemeingut aller deutschen Truppen werden.“
Weisung von Rommel und Kesselring, herausgegeben am 23. September 1943 (Nach: Schreiber: 49-50)
Mit „Badogliohörigen Banden“ sind die italienischen Soldaten gemeint.

Unter Rommels Zuständigkeit wurden in mindestens zwei italienischen Dörfern Massaker begangen:
In Boves kam es am 19. September 1943 zur Ermordung von 24 Personen durch die SS-Leibstandarte „Adolf Hitler“.
In Caiazzo wurden im Oktober 1943 22 Zivilisten wegen „Hilfe für den Feind“ bei einer
durch den Wehrmachtsleutnant Lehniyk-Emden befehligten Aktion erschossen.
Später wurden unter der Zuständigkeit Kesselrings unter dem Deckmantel der Partisanenbekämpfung in Nord- und Mittelitalien zahllose weitere Massaker an der Zivilbevölkerung verübt.

Rund 1.070.000 entwaffnete italienische Soldaten wurden im Arbeitseinsatz für die Kriegswirtschaft zwangsverpflichtet. Rommels Befehl vom 1. Oktober 1943 hierzu:
„Dieser Krieg ist ein totaler Krieg. Soweit die Männer Italiens nicht mehr die Gelegenheit haben, mit der Waffe für die Freiheit und Ehre ihres Vaterlandes zu kämpfen, haben sie die Pflicht, ihre volle Arbeitskraft in diesem Kampf einzusetzen.“
(Nach: Giordano: 315)
Die von den von Rommel nach Italiens Wechsel auf alliierte Seite gefangen genommenen italienischen Soldaten wurden als so genannte „Italienische Militärinternierten“ (IMI) für erzwungene Sklavenarbeit eingesetzt. Mindestens 20.000 dieser Zwangsarbeiter starben an den Folgen. Bis heute wurden übrigens die Überlebenden dieser Tortur von der Bundesregierung nicht entschädigt.

Kriegsverbrechen in Nordafrika
Rommel ist heute noch berühmt für seinen Aufenthalt in Nordafrika.
Weniger bekannt ist und erst vor kurzem in dem Buch „Halbmond und Hakenkreuz“ offen gelegt, ist dass Rommel eine Einsatzgruppe im Gepäck, die 5 Monate die tunesischen Juden terrorisierte und dafür vorgesehen war mit Hilfe der Bevölkerung die Juden in Palästina zu ermorden, so wie es Einsatzgruppen im Osten taten.
Für die antisemitische Mobilisierung der Einheimischen war u. a. Konstantin von Neurath zuständig. Neurath war Verbindungsoffizier des Auswärtigen Amtes beim Afrikakorps und betrieb mit der Propagandakompanie des Korps massive antisemitische Hetze und versuchte so die arabische Bevölkerung Ägyptens für die Deutschen einzunehmen.
Obwohl durch britische Erfolge Rommel Palästina nie erreichte büßten 2.500 tunesische Juden die kurze deutsche Besetzung mit ihrem Leben. Allein nach der Eroberung des Judenviertels von Benghazi 1942 und der Deportation von mehr als 2000 Juden durch die Wüste starben ein Fünftel (vgl. Eussner).

Dass ein solcher Mann, Hitlers Lieblingsgeneral, zum Widerstandskämpfer und Vorbild gemacht wird ist unverständlich. Für den Widerstand von Rommel gibt es keinerlei Beleg, er war Hitler sogar so treu, dass er dessen Anweisung Selbstmord zu begehen mit hündischer Treue befolgte.

by R. Schwarzenberg

Verwendete Literatur (u. a.)
Gudrun Eussner: Tunesiens Juden, 11. Oktober 2003, http://www.eussner.net/artikel_2004-03-16_00-10-27.html

Ralph Giordano: Die Traditionslüge, Köln 2000, Seite 314-318

Klaus-Michael Mallmann / Martin Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz. Das „Dritte Reich“, die Araber und Palästina

Ulrich Sander: Szenen einer Nähe. Das große Rechtsum bei der Bundeswehr, Köln 1998, Seite 87-91

Gerhard Schreiber: Deutsche Kriegsverbrechen in Italien, München 1996

Gerhard Schreiber: Wie war das alles möglich?. Eine Betrachtung zu den Ursachen von Kriegsverbrechen; http://www.resistenza.de/content/view/66/82/