Der Berliner „Kai Homilius Verlag“

Er kommt links daher, doch unter dem linken Pelz verbirgt sich kruder Antizionismus und Antiamerikanismus (A) mit Beifall von und Brückenschlag nach Rechts:
Der Berliner „Kai Homilius Verlag“.
Die Titel der im „Kai Homilius Verlag“ erschienen Werke sprechen eigentlich für sich:
- Said Dudin: Ariel Sharon – ein hoffähiger Faschist, Berlin 2003
- Said Dudin: Bankiers, Nazis, Zionisten – Geheime Reichssache
- Said Dudin: Die Ballade von Kollektivschuld und Wiedergutmachung
- Lenni Brenner: Zionismus und Faschismus

In dem 1983 erschienen und 2007 ins Deutsche übersetzte Werk „Zionismus und Faschismus. Über die unheimliche Zusammenarbeit von Faschisten und Zionisten“ von Lenni Brenner wird aus einem geschichtlichen Ereignis das Märchen von einer faschistisch-zionistischen Allianz gebastelt. Damals hatten Zionisten sich in einem verzweifelten Versuch ein paar mehr europäische Juden zu retten tatsächlich einmal mit einer Abordnung der Nationalsozialisten getroffen. Eine Geschichte die immer wieder gerne instrumentalisiert wird (B). Aus diesem Treffen machen dann radikale Antizionisten wie die bereits in einem früheren Artikel dargestellten Neturei Karta ein Bündnis zwischen Nationalsozialisten und Zionisten, um zu belegen, dass der Zionismus schon immer eine Art des Faschismus war.
Deutsche Antisemiten und Geschichtsrevisionisten springen mit auf, weil durch die Konstruktion von Opfer zu Tätern, die Schuld des eigenen Kollektivs zumindest relativiert wird.
So wundert es kaum dass Lenni Brenners Buch in dem Magazin „Deutsche Geschichte“ Ausgabe 3/2007 aus dem rechtsextremen und vom Verfassungsschutz beobachteten Sudholt-Verlagsimperium eine äußerst wohlwollende Besprechung erhält:
„Diese Arbeit ist in vieler Hinsicht zeithistorischer Sprengstoff, der von den Deutungseliten dieser Republik wohl totgeschwiegen wird.“ (C)
Bestellen kann man das Buch dann gleich problemlos in der Sudholtschen Versandbuchhandlung.
Woanders sind die Querfronten anscheinend bereits gefestigter, so betätigte sich der „Kai Homilius“-Verlag-Autor (D) Jan von Flocken auch als Autor (E) und Interviewpartner (F) für die ultrarechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Der jüngste Artikel (G) von ihm dort darf getrost als eine Arbeit der schriftstellerischen Anti-Antifa eingeordnet werden.

by R. Schwarzenberg

ANMERKUNGEN
(A) http://www.usa-boykott.de/, „diese Aufstellung wird redaktionell unterstützt und aufbereitet vom Kai Homilius Verlag“
(B) Sever Plocker: Zizek and the Zionist-Nazi alliance. Leading intellectual’s baseless theories enjoy broad international attention, 12.09.06; http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3337805,00.html
(C) ebenda, Seite 64
(D) siehe http://www.kai-homilius-verlag.de/autoren/autor.php?208
(E) siehe http://www.jungefreiheit.de/jf_aut.htm
(F) siehe http://www.junge-freiheit.de/jf_ges.htm
(G) Jan von Flocken: Angelo Lucifero. Genosse „Feuer frei!“, in: Junge Freiheit 14/07 vom 30. März 2007


3 Antworten auf “Der Berliner „Kai Homilius Verlag“”


  1. 1 Sam Lehmann 30. Juni 2007 um 10:14 Uhr

    Bitte nicht das eigene Nest beschmutzen! Homilius gehört zu den Guten:

    Tilo Schönberg
    Mahmud Abbas und ein Ghostwriter aus alten Zeiten
    Falscher Doktor – falsches Spiel
    http://www.0815-info.de/archiv/2007/juni/060717.php
    Stasi-Dokument: http://www.0815-info.de/downloads/Dudin-Akte.pdf

    The Palestinian journalist who wrote Palestinian President Mahmoud Abbas‘ doctoral thesis was fingered by the Stasi as an agent for the CIA and BfV in the 1980s.
    http://www.waynemadsenreport.com/articles/20070624

  2. 2 Lew 24. Juli 2007 um 21:58 Uhr

    Die Stellungnahme des Kai-Homilius-Verlages sollte man fairerweise auch erwähnen:

    „Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein. Aber wir wollen an dieser Stelle noch einmal betonen, dass wir gerne die Werke unserer Autoren veröffentlichen und verbreiten. Was diese jedoch außerhalb unseres Verlages publizieren und äußern, können und WOLLEN wir nicht beeinflussen, gehört doch die Meinungsfreiheit zu einem angesehenen und wichtigen Gut unserer Zivilisation. Gerne empfehlen wir den Kritikern, die Auseinandersetzung mit jenen direkt zu suchen.“

  3. 3 Kalle 30. November 2007 um 3:22 Uhr

    „Fairerweise“ sollte man auch veröffentlichen, was vom 26. bis 29. November auf der Eingangsseite des Kai Homilius Verlages zu lesen war:

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    „Der Verlag hat am vergangenen Donnerstag, 15.11.2007, in der „jungen Freiheit“ eine Anzeige für zwei seiner Bücher „Berlin im Kalten Krieg“ und „Der Drahtzieher – Vernon Walters“ geschaltet.
    Meine Überzeugung verpflichtet mich, mich für diese unbedachte Fehlentscheidung bei den Autoren, Freunden und Lesern des Verlages zu entschuldigen.

    Die Anzeigenschaltung in der „jungen Freiheit“ erfolgte auf Drängen der „jungen Freiheit“ ohne nähere Prüfung. Diese Entscheidung war in jeder Hinsicht falsch. Wir haben damit als Verlag der humanistischen Tradition zuwidergehandelt, der sich der Verlag seit seinem Bestehen verpflichtet sieht.
    Wir wissen, dass wir durch diese Fehlentscheidung objektiv dazu beigetragen haben, die von der JF verbreiteten Ansichten hoffähig zu machen. Wir wissen, dass wir damit auch gegen die Überzeugung der Autoren und Freunde des Verlags, gehandelt haben. Ihnen versichern wir, dass wir uns wie in der Vergangenheit der Maxime

    „Nie wieder Faschismus!
    Nie wieder Krieg!“
    verpflichtet fühlen und dass sich eine solche Fehlleistung nicht wiederholen wird. Der Verlag wird dafür Sorge tragen, dass sich ein solcher Vorfall nicht mehr wiederholt. Wir werden weiter durch unser Verlagsprogramm demonstrieren, dass wir wie bisher der humanistischen, antifaschistischen und antiimperialistischen Tradition verpflichtet bleiben.

    Kai Homilius “

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    Anzeigen „ohne nähere Prüfung“? Ein „linker“ Verleger, der die „junge Freiheit nicht kennt“? Hmmmmmm…… na, „unbedacht“ eben, wie uns Kai klarmacht.
    Aber die Frage sei erlaubt: Was gibt es für einen „linken Verleger“, noch dazu von den Guten, bei einer Anzeigenschaltung in dem Blatt denn zu „bedenken“????????

    „Auf Drängen der jF“ hat er die Anzeigen geschaltet, schrieb er. Wie haben die ihn denn bedrängt? Mit Waffengewalt??? Oder etwa mit dem Hinweis, dass sie 2007 acht seiner Bücher besprochen haben (davon, wenn ich das jetzt richtig erinnere, sechs positiv)? Es scheint plausibel, dass eine Zeitung drängen könnte, indem sie sagt, wir haben aber soviele Deiner Bücher rezensiert.
    Andererseits, wenn Kai Homilius (geborener Krause) das ohne nähere Prüfung, also ohne die Zeitung gekannt zu haben, gemacht hat….. …haben sie ihn wahrscheinlich in seiner Wohnung überfallen. Anders ist ein „Drängen“, das einen der Guten, wie Sam den Verlag nennt, zu Anzeigenschaltungen in dem Blatt bringt, kaum zu erklären.

    Nun denn, die Internet-Seiten des Verlages sind schon wieder „korrigiert“, seit den Abendstunden des 29. November heißt es:

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    „Unter dem Motto „Der andere könnte Recht haben“ findet der interessierte Leser hier gute Leseangebote zu Themen aus Politik, Kultur und Geschichte:
    Der Verlag will Plattform und Begegnungsstätte sein, um gegebenenfalls auch unterschiedliche Ansichten und Meinungen zu Wort kommen zu lassen. Perspektivwechsel sind dazu möglich und mitunter auch nötig, „der andere könnte Recht haben …“ “

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    Den Kommentar, der dazu abzugeben wäre, überlegt sich jeder selbst….

    (es schüttelt sich:)
    kalle

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