Eisern für das Eiserne Kreuz

Am 27. März 2007 hat Timmy Schwarz aus Bremen, laut der ultrarechten „Jungen Freiheit“ ein Bundeswehr-Fähnrich, eine Petition eingereicht, in der er den Bundestag fordert, „das Eiserne Kreuz als Verdienstorden für herausragende Leistungen von Bundeswehrsoldaten wieder einzuführen.“ In seiner Begründung führt Schwarz an, dass mit der Stationierung von Truppen im Ausland veränderte Umstände entstanden seien („Die Bundeswehr ist zur Armee im Einsatz geworden.“), der die bisherige Vergabepraxis nicht gerecht würde. Bisher existierende Auszeichnungen hätten keine „tiefe historische Bedeutung“, so Schwarz.
Diese sollte eigentlich eher dazu angetan sein, von der Wiedereinführung dieser „Auszeichnung“ abzusehen. Das EK wurde 1813 vom preußischen König gestiftet und sollte an das Symbol des Deutschen Ritterorden erinnern. Das EK wurde nach den Kriegen 1870 und dann in hoher Zahl im ersten Weltkrieg gestiftet, um eine große Anzahle Soldaten zu motivieren sich auch weiter für „Kaiser und Vaterland“ verheizen zu lassen.
Im zweiten Weltkrieg wurde dem EK dann ein kleines Hakenkreuz eingeprägt und es wurde eine Kollektion von exklusiveren Auszeichnungen („Ritterkreuze“) für besondere Leistungen für das Regime geschaffen. Unter den mit dem Ritterkreuz Ausgezeichneten finden sich auch mehrere hundert Waffen-SS-Mitglieder und natürlich Hitlers treue Wehrmachtsgeneräle, nicht wenige davon waren in Kriegsverbrechen involviert.
Heute ist eine Abwandlung des EK Hoheitszeichen der Bundeswehr.
Bis zum Einschreibe-Schluss Ende Mai hatten knapp über 5.000 Personen diese Petition zur Wiederbenutzung des EK unterzeichnet, viele davon online und mit der Angabe eines militärischen Ranges. Jedoch braucht es mindestens 50.000 Unterschriften damit eine Petition öffentlich im Bundestag behandelt werden muss.

by R. Schwarzenberg

(Stand: 01.06.2007)

Quelle:
http://itc.napier.ac.uk/e-Petition/bundestag/view_petition.asp?PetitionID=404