Falun Gong: Werben fürs Hakenkreuz

Seit 1999 ist Falun Gong (FG), auch: Falun Dafa, in China verboten, vermutlich vor allem weil die 1995 gegründete Bewegung vom Regime als gefährlich für die eigene Macht wahrgenommen wurde. Nach ihrem Verbot ist FG unzweifelhaft das Objekt von Repressionen durch das autoritäre Regime in China geworden, wobei es zu schweren Menschenrechtsverletzungen gekommen ist. Gegen ihre Verfolgung wehrte sich FG in China mit gewaltlosem Widerstand und außerhalb Chinas mit Demonstrationen und Aufklärungskampagnen. Bei Protesten gegen die Repression in China kam es in Deutschland zur punktuellen Zusammenarbeit [1] von FG mit der rechtslastigen, antikommunistischen „Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte“ (IGFM), die früher durch gute Kontakte ins extrem rechte Lager von sich reden machte.
Die derzeitige Zahl der FG-Anhänger ist unbekannt. Die Schätzungen gehen von mehreren Millionen Anhängern bis zu 100 Millionen (Eigenangabe).
Es gibt es auch von aufgeklärter und demokratischer Seite Kritik an FG [2].

Holocaustrelativierung durch Opferanalogisierung
Die undatierte FG-Broschüre „China unter KP-Herrschaft“ (ViSdP: Klaus Müller aus Kronach) birgt eine ganze Reihe von sprachlichen Analogien, die eindeutig aus dem Bereich der Beschreibung des Holocaust stammen. So ist die Rede von einem drohenden „atomaren Holocaust“, KP-Reden werden als „>Mein Kampf< auf chinesisch“ bezeichnet, es ist die Rede von der „Mordindustrie der Kommunistischen Partei“ und der „perfektionierten Vernichtungsmaschinerie der Kommunistischen Partei“. Ein Bild trägt sogar den Untertitel „Die Menschen-Verbrennungsöfen rauchen erstmals seit 1945 wieder“.
Diese sprachliche Gleichsetzung bzw. Analogisierung der Verfolgung von FG-Anhängern mit dem Holocaust stärkt aber nicht die Sache des FG, sondern lässt eher allgemeine Zweifel aufkommen.

Innere Struktur und Lehre
Es gibt Hinweise darauf, dass FG mehr ist als nur eine Meditationsgruppe oder Technik für Atemübungen. Kritiker sprechen sogar von Kult-artigen Zügen bei der Meditationsbewegung. Da FG keine feste Struktur aufweist bleibt es aber den Anhängern überlassen welche Teile der Lehre von Li Hongzhi („Meister Li“) sie übernehmen. Tatsächlich gehen die Inhalte des grundlegenden Werkes „Zhuan Falun“ über Meditations-Anleitungen hinaus. Inhalt ist auch ein rigides und strukturkonservatives Moralbild. In den Schriften des FG-Begründers Li Hongzhi finden sich sogar Ansätze für Homophobie aber auch für ein grundsätzlich rassistisches Denken.

Die heutigen zwischenmenschlichen Beziehungen sind sehr angespannt. Außerdem ist der Stand der Moral sehr verdorben. So etwas wie Homosexualität, sexuelle Befreiung, Drogensucht, Mafia, Unterwelt, solch wirres Zeug ist entstanden, es gibt alles Mögliche. [3]

Die Rassen – die Menschenrassen in der Welt dürfen nicht gemischt werden. Heute sind die Menschenrassen gemischt, und das hat ein sehr ernstes Problem mit sich gebracht. Nachdem sie vermischt worden sind, haben sie keine entsprechenden Beziehungen mehr mit denen da oben, sie haben ihre Wurzel verloren. Die gemischten Rassen haben ihre Wurzel verloren, das ist so, als ob sich in den Himmelreichen keiner mehr um sie kümmert, sie gehören nirgendwo mehr hin und werden nirgendwo mehr aufgenommen. [4]

Versuch der Re-Installation des Hakenkreuz
Bei einigen FG-Ständen finden sich Apologien des Hakenkreuzes, dass zum Symbol von FG gehört. Dabei wird behauptet, dass die Nationalsozialisten das Hakenkreuz missbraucht hätten und FG bemüht sich um eine Rehabilitierung dieses Symbols in der westlichen Welt.
Auf der Homepage www.swastika-info.com, die aus dem FG-Sympathisantenspektrum stammt („internationales Swastika-Info Team“), findet sich die vehemente Verteidigung und Apologie des Hakenkreuzes. Unter den sieben Literaturangaben auf dieser Homepage finden sich mindestens zwei völkische Klassiker. Vermutlich ohne es zu wissen beziehen sich die Macher der Seite damit auch auf eine der Quellen aus der bereits Adolf Hitler schöpfte: Lanz von Liebenfels, Erfinder der Ariosophie. Auch eine Bezugnahme auf die Gründerin der tendenziell rassistischen Theosophie, Helena von Blavatsky, findet sich auf der Homepage.
Bei dem Werben für das Symbol des Hakenkreuz wird anscheinend generell ignoriert, dass die völkische Rechte schon lange vor Hitler dieses ‚arische’ Symbol für sich entdeckte und das es keine Deutungshoheit für das Hakenkreuz gibt. Im Westen wird das Hakenkreuz aber als politisches Symbol wahrgenommen und ist kein wertneutrales Zeichen. Dieser aktuelle und historische Kontext dürfen auch den unpolitischen Benutzern nicht ignorieren, weil sie damit (unbewusst) Menschen verletzen oder einschüchtern können.

Swastika-Falun

by R. Schwarzenberg

ANMERKUNGEN
[1] IGFM: Resolution wegen der fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen an Falun Gong (vom 4. April 2004), veröffentlicht in de.clearharmony.net am: Freitag, 7. Mai 2004, http://de.clearharmony.net/articles/200405/16710.html & Die IGFM zeichnete das FG-Blatt „Die Neue Epoche“ für ihre „umfangreiche und regelmäßige Berichterstattung“ über Menschenrechtsverletzungen in China mit einem Medien-Sonderpreis ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Jahreshauptversammlung
[2] vgl. http://www.agpf.de/Falun.htm
[3] vgl. www.falundafa.de/herunterladen/fajie20001122.doc
[4] Fa-Erklärung in Sydney, 1996, www.falundafa.de/herunterladen/FaErklaerungInSydney1996.doc


4 Antworten auf “Falun Gong: Werben fürs Hakenkreuz”


  1. 1 Matthäus 18. Januar 2010 um 0:34 Uhr

    @Autor
    Der Titel klingt schon mal total überzogen und populistisch.
    FG ist eine Organisation die QiGong-Lehren verbreitet.
    Nicht mehr und nicht weniger.
    Deine völlig aus dem Kontext rausgerissenen Zitate und Bemerkungen über FG zeigen ,dass du von FG keine Ahnung hast.Dass du dich zwanghaft bemühst dem FG politische und dazu noch rassistische oder gar antisemitische Züge nachzuweisen ist völliger Schwachsinn.
    FG hat wie keine andere QiGong-Bewegung Menschen aus der ganzen Welt für eine gute Sache vereint und zwar für holistische Gesundheit,Meditation und eine Kultivierung der eigenen Qi.
    Leute wie du haben auch schon OSHO und Sai baba mit unmöglichen Sachen beschmiert oder behaupten auch Reiki wäre ein Teufelswerk….

  2. 2 Matthäus 18. Januar 2010 um 0:37 Uhr

    Ich bin wahrhaft kein FG-Anhänger.
    Doch man sollte ja objektiv bleiben und nicht überall versuchen etwas reinzuinterpretieren.
    Sorry, mein Freund,aber die Kritik musste einfach sein…..

  3. 3 Matthäus 18. Januar 2010 um 0:51 Uhr

    Danke für das Löschen des Beitrags!
    Damit zeigst du nur nur das nur sogar mit Zensur arbeitest und gegen freie Äusserung!
    Das sind übrigens Methoden der NS und der China-Regime…
    DANKE!

  4. 4 Stefan Specht 07. Oktober 2010 um 20:37 Uhr

    Dieser Artikel gehört zu den geistigen Ausblähungen einer
    Person, die sicherlich eine schwere Kindheit hatte.

    Der Schreiber versteht es gekonnt sich selbst als
    intellektuellen Unterflieger zu outen, der sich strikt
    weigert über den Horizont einer Bratwurst hinauszugehn.

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