Archiv für September 2009

Hermann Löns Wehrwolf

Obwohl Löns bereits im ersten Weltkrieg starb gilt er als klassischer völkischer Autor. In jedem Fall ist sein „Bauernroman“ „Wehrwolf“ durch und durch völkisch gefärbt.
Dabei fungiert in diesem Werk der Heidebauer als Löns spezielles völkisches Ideal der Antimoderne und weniger ein „Volk“ oder eine „Rasse“ wie bei anderen völkischen Autoren.
Trotzdem dem weitgehend fehlenden völkischen Über-Kollektiv ist Löns Werk völkisch. Der völkische Charakter manifestiert sich eben mehr in den Feindbildern als in der positiv besetzen Gruppe. Trotzdem sind die eindeutigen Sympathieträger bei Löns, die „Haidebauern“ in der Lüneburger Heide, immer verbunden mit einer schwülstigen Blut&Boden-Romatik, eine Lönsche Spezialität.
Der Inhalt des „Wehrwolf“ ist schnell wiedergegeben. In den Wirren des 30jährigen Krieges ziehen sich die Bauern eines kleinen Ortes in die Heide zurück und beginnen alle Gefahren durch umherstreifende Soldaten oder als Gefahr wahrgenommenen Personen umzubringen. Die Hauptfigur ist dabei der vom Schicksal arg gebeutelte „Wulfsbauer“, der Anführer dieser vermeintlichen Selbstwehr-Organisation, der „Wehrwölfe“, wird.
Löns will dem Leser glauben machen es gebe einen angeborenen, instinktiven Hass und Misstrauen der Festverwurzelten auf alles fahrende Volk und das zu Recht.
Während es dem Buch am Antisemitismus eher gebricht es dem Wehrwolf, ist es aber vom Antiziganismus übervoll.
Alles fahrendes Volk wird bei Löns von seinen „braven“ Heidebauern als Gefahr angesehen und rücksichtslos gemeuchelt, auch die Frauen der Tater. Altertümlich „Tater“ und seltener Zigeuner werden Sinti & Roma bei Löns benannt.
Selbst bei den dargestellten moralischen Zweifeln einzelner Personen an ihrem blutigen Tun wird dieser Zweifel von der moralischen Instanz im Buch, dem Dorfpfarrer, schnell verstreut.
Die Nazis machten später wahr, was Löns als Notwehr seiner Heidebauern ausgab. Mord an allen Fahrenden, an allen Fremden überhaupt. Gegen Kriegsende versuchten die Nazis auch Hitlerjungen mit der Lektüre des „Wehrwolf“ zum sinnlosen Widerstand gegen die Alliierten aufzustacheln.
Löns-Buch