Schul-Vorstand von kritisierter evangelischer Schule in München ist rechtsklerikaler Verleger

In der „Süddeutschen Zeitung erschien“ am 19. Oktober 2012 der Artikel „Wenn der Lehrer mit dem Teufel droht“, der über eine evangelische Privatschule Lukas-Schule mit fundamentalistischen Zügen berichtet. Unter anderem steht dort offenbar auch Kreationismus auf dem dem Lehrplan. Dem versucht Ingo Resch, Mitglied des Vorstands der Lukas-Schule, zu widersprechen.
Das grenzt an Realsatire, denn Ingo Resch ist Leiter des rechtsklerikalen Resch-Verlag in Bayern. Dieser schaltete in Vergangenheit Anzeigen in rechten Blättern wie der „Deutschen Militärzeitschrift“, dem neurechten Strategieblatt „Sezession“ (Ausgabe V – April 2004), dem Magazin „Criticon“ oder in der ultrarechten Wochenzeitung „Jungen Freiheit“ (z.B. JF 22/2011).
Resch gilt als christlicher Anti-Darwinist [1], auch einen Aufruf zugunsten des rechtskonservativen Ex-CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann unterzeichnete [2] und der neurechten Wochenpostille „Junge Freiheit“ 2000 als Fragebogen-Interviewpartner zur Verfügung stand [3].
Eigentlich ist der Resch-Verlag ein Fachverlag für Bau- und Maschinentechnik. Aber hier wird auch der stramme Rechtsaußen-Autor Löw verlegt, sein Werk bei Resch trägt den Titel: „Die Schuld – Christen und Juden im Urteil des Nationalsozialismus und der Gegenwart“. In diesem Buch weist Löw den Vorwurf, die katholische Kirche und katholische Christen trügen Mitverantwortung für die NS-Verbrechen zurück. Wider alle geschichtlichen Tatsachen spricht Löw davon, dass es ab 1933 eine „Juden- und Christenverfolgung“ gegeben hätte [4] und parallelisiert dadurch wahrheitswidrig den Umgang der Nazis mit Christen und Juden. Der Antisemitismus in der Weimarer Republik wird von Löw sogar noch als angebliche Reaktion auf die „[…] die enorme Beteiligung von Juden an den von der Bevölkerungsmehrheit verhassten Revolutionen in Russland, in Bayern, in Ungarn.“[5] gerechtfertigt. Der Rezensent Thomas Foster vom Erzbischöflichen Ordinariat München fasst in seiner Rezension zu Löws Werk abschließend zusammen: „Sein Buch ist der – allerdings ohne große Mühen durchschaubare – Versuch, Wissenschaft als Medium der Politik zu missbrauchen und hinter den Masken eines aufrechten Katholiken und integeren Wissenschaftlers revisionistische Geschichtspolitik zu betreiben.“ [6]
Ebenfalls werden bei Resch Werke von Roland Baader verlegt. Dieser war Redaktions-Beirat und Autor der nationalliberalen Zeitschrift „eigentümlich frei“. Baader publizierte zusammen mit anderen rechten Gesinnungsgenossen auch schon im extrem rechten Tübinger Hohenrain-Verlag („Europa ja – aber was wird aus Deutschland?“) [7].

[1] Ingo Resch: Die Verbindung zu Jesus macht zum Christen. Serie „Warum ich Christ bin“(8): Ingo Resch, Verleger in München, in: Sonntagsblatt Bayern, http://www.sonntagsblatt-bayern.de/archiv01/37/woche3.htm
[2] Raimund Hethey: Das antisemitische Coming-Out der Hohmänner“, in: Der Rechte Rand Nr. 86, http://www.nadir.org/nadir/periodika/drr/archiv/NR86/86-2.html
[3] Junge Freiheit 35/00 – 25. August 2000, http://www.jf-archiv.de/archiv00/350yy63.htm
[4] Thomas Forstner: Rezension zu dem Buch „Die Schuld. Christen und Juden im Urteil der Nationalsozialisten und der Gegenwart“ von Konrad Löw, 23.04.2003; http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2003-2-047 & Antonia Leugers: Salonfähiger Antisemitismus?, Newsletter zur Geschichte und Wirkung des Holocaust · Nr. 26 · Herbst 2004, Rezensionen; http://www.fritz-bauer-institut.de/rezensionen/nl26/leugers.htm
[5] Nach: Thomas Forstner: Rezension zu dem Buch „Die Schuld. Christen und Juden im Urteil der Nationalsozialisten und der Gegenwart“ von Konrad Löw, 23.04.2003, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2003-2-047
[6] Nach: Thomas Forstner: Rezension zu dem Buch „Die Schuld. Christen und Juden im Urteil der Nationalsozialisten und der Gegenwart“ von Konrad Löw, 23.04.2003, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2003-2-047
[7] Hma: Ein echtes Vorbild, in: Antifaschistische Nachrichten Nr. 09/2006, http://www.antifaschistische-nachrichten.de/2006/09/1vorbild.shtml