Kurze Buchkritik „Blut muss fließen. Undercover unter Nazis“ von Thomas Kuban

„Blut muss fließen. Undercover unter Nazis“ von Thomas Kuban (Ulm 2012) ist das Buch zum Doku-Film. Der Autor ist selber eine Art von Aussteiger, denn er war undercover jahrelang in der Neonazi-Szene unterwegs. Dafür opferte viel: Zeit, Geld und er hatte zu dieser Zeit keinen echten Freundeskreis.
Bei seiner langen Entdeckungsreise durch die neonazistische Parallelkultur machte er viele Entdeckungen, die er an die Öffentlichkeit. Es geht vor allem um Rechtsrock, aber z.B. auch um NS-Black-Metal. Hier schreibt er von „frisurenübergreifende Kameradschaften“ zwischen Nazi-Skins und Langhaarigen. Ein weiteres Kpaitel widmet sich Hooligans und Ultras.
Manchmal mutet sein Entsetzen über das Polizei, VS- und allgemeine Behördenversagen etwas naiv an. Natürlich sind die „polizeilich betreuten“ Nazi-Konzerte in Bayern skandalös, aber Staatsbehörden mit ihrer Repression oder Nicht-Repression gegen Rechts sind eben kein Ersatz
Übrigens nimmt Kuban seine Journalisten-Kolleg*innen nicht von Kritik aus:

Derart oberflächlich arbeitende Redakteure haben letztlich neben maßgeblichen Politikern und Verfassungsschützern mit dazu beigetragen, dass sich die Neonazi-Szene zu einer Bewegung entwickeln konnte, in der sich genügend Unterstützer für eine Terrorzelle wie den Nationalsozialistischen Untergrund finden.

(Seite 196-97)
Der Film war eher mittelmäßig, aber das Buch ist überaus lesenswert.

* Thomas Kuban: Blut muss fließen. Undercover unter Nazis, Ulm 2012


1 Antwort auf “Kurze Buchkritik „Blut muss fließen. Undercover unter Nazis“ von Thomas Kuban”


  1. 1 freiedenkerin 26. März 2013 um 12:42 Uhr

    Danke für diesen Blog! Ich bin froh über jeden Mitmenschen, der seine Augen nicht vor dem zunehmenden „Rechtsdrall“ hier in Deutschland verschließt, sondern aktiv dagegen angeht…

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