Skandal: AfD verherrlicht Polizistenmord

AfD deutschtümelt
Am 23. Mai 2014 fand 16 Uhr am Brandenburger Tor die Abschluss-Kundgebung der „Alternative für Deutschland“ (AfD) statt. Lange Zeit geschah nichts und aus den Lautsprechern hinter dem AfD-Podium ertönte Musik, die eindeutig gegen die von der sächsischen AfD beschlossene Deutsch-Quote verstieß. Besonders seltsam wurde es, als tatsächlich Bob Marleys „I shot the sheriff“ abgespielt wurde. Skandal: Die AfD spielt ‚Kiffermusik‘ und verherrlicht den Polizisten-Mord! Später ließ es sich der Listenzweiplatzierte Hans-Olaf Henkel auch nicht nehmen zu sagen: „Ganz herzlichen Dank an die Polizei!“ Ja was denn nun?
Dann kam irgendwann gegen 17 Uhr der AfD-Häuptling Bernd Lucke mit einem alten Feuerwehrauto angefahren. Genau in dem Moment packten Mitglieder der „Grünen Jugend“ (GJ) ihre Tshirts aus, zogen sie an und stimmten von einer Ziehharmonika begleitet auf die AfD umgedichtete Protestlieder an. Waren die Medien eben noch um Lucke versammelt gewesen, eilten sie schon zu dem GJ-Chor und niemand interessierte sich mehr für den AfD-Parteichef. Die AfD-Aktivist/innen schienen stark überfordert von der kreativen Gegenaktion, sie schimpften, pfiffen ein wenig und ein AfDler verlangte von einem Poliziosten wild gestikulierend ein Eingreifen.
Irgendwann war die „Grüne Jugend“ von der Polizei abgedrängt und die Aufmerksamkeit wendete sich wieder Lucke zu der nach einigen Interviews die Bühne betrat. In seiner kurzen Rede beklagte Lucke die Zerstörung von angeblich 30-40 Prozent der AfD-Plakate durch „linksextremistische Kräfte“. Die AfD verterte außerdem in Wahrheit „die guten, wahren Europäer“. Die „Altparteien“ dagegen würden die „Vereinigten Staaten von Europa“ anstreben. Die AfD stünde aber für einen „Bund freier, unabhängiger, souveräner Staaten“.
Das AfD-Publikum bei der bundesweiten Abschluss-Kundgebung dürfte nicht mehr als 200 gewesen sein. Es gab neben vielen Wohlstandsbürger/innen, einige explizit Männer im konservativen Look – ein Mann trug auch ein Hemd mit dem Logo seiner Studentenverbindung, dem VDSt Berlin-Charlottenburg. Im Publikum fanden sich auch einige AfD-Kandidat/innen wie Joachim Starbatty (Tübingen) oder Beatrix von Storch (Berlin).
Zum Schluss wurde eine Traube blauer Luftballons mit AfD-Logo zu den Klängen von „Freude schöner Götterfunken“ in den Himmel freigelassen.