Archiv für November 2014

Neue Deutsche Burschenschaft: löchrige Abgrenzung gegen Rechts

Die „Neue Deutsche Burschenschaft“ (NDB) wurde im Januar 1996 von Bünden gegründet, die sich von dem extrem rechten Kurs der „Deutschen Burschenschaft“ (DB) distanzieren. Mit männerbündischer Ideologie, Pflichtritualen, Deutschland-Nationalismus, hierarchisierter Mitgliedschaft, Elitedünkel und Lebensbundsprinzip hat aber auch die NDB wenig Probleme.
Zwar wird sich offiziell stark von der DB abgegrenzt, aber inhaltlich scheint das nicht immer konsequent verfolgt zu werden.
So wird in dem halbjährlich erscheinenden NDB-Verbandsorgan „Academicus“ schon mal eine Fahrt nach „Ostpreußen“ angepriesen, ein Gebiet, was seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr diesen Namen trägt.
NDB-Ostpreußenfahrt
Allerdings sollte erwähnt werden, dass die NDB im Gegensatz zur DB die Grenze mit Polen und Tschechien nicht in Frage stellt.

In der aktuellen Ausgabe des „Academicus“ geht es u.a. um das Thema „Extreme Rechte – ein Problem für Burschenschaften?“, in dem ein Burschenschafter für mehr Engagement gegen die extreme Rechte plädiert.
Wiedenroth-Karikatur in NDB-Organ
Umso peinlicher ist, dass sich im selben Heft eine Karikatur des Karikaturisten Götz Wiedenroth aus Flensburg findet. Dieser ist Karikaturist der ultrarechten Wochenzeitung „Jungen Freiheit“ und unterstützte 2012 den „islamkritischen Karikaturenwettbewerb“ von der rechtspopulistischen Kleinstpartei „Pro NRW“ und erlaubte ihr seine bisher schon veröffentlichen islamkritischen Karikaturen „außer Konkurrenz” auf der „Freiheit statt Islam-Tour” auszustellen. Wiedenroth Karikaturen wenden sich häufiger gegen Muslime, Homosexuelle, Linke oder auch mal gegen den „Zentralrat der Juden in Deutschland“.
Auch bei der NDB ist also offensichtlich noch weiter rechtes Gedankengut zu finden.