Och nee, die Rothschilds waren es mal wieder

Die Serie „Shameless“ gibt es sowohl in einer Fassung, die in England spielt, wie eine, die in den USA spielt.In der fünften Staffel wird das Armuts-Viertel gentrifiziert, in dem die Familie, deren Geschichte in der Serie erzählt wird, lebt. Frank, der Rabenvater und Überlebenskünstler der Familie, verkündet in seiner Stamm-Bar:

„Ich spreche hier von Gentrifizierung, Freunde. […] Wir sind die Dinosaurier, mein Freund. Und ein enormer, fetter Komet steuert auf unser schönes Stückchen Erde zu. Und dieser Komet ist Starbucks.“

Die ärmlichen Häuser im Viertel werden aufgekauft und abgerissen. Doch es ist nicht irgendeine Bank, die hier an der Verdrängung der ärmeren Bewohner*innen schuld ist. In einer Folge wird sie direkt benannt: Die Rothchild-Bank.
Shameless Rothchild
Nun ist die Rothchild- bzw. Rothschild-Bank eine Institution, die in antisemitischen Verschwörungsmythen häufig eine Rolle spielt. Die jüdische Bankiers-Familie der Rothschilds wird dabei zum Zentrum einer geheimen Weltregierung gemacht.
Wenn in „Shameless“ diese Bank für negative Entwicklungen verantwortlich gemacht wird, dann kann das im schlimmsten Fall an antisemitische Mythen anknüpfen.
Tatsächlich gibt es eine Rothschild-Bank und natürlich macht sie wie jede Bank keine sonderlich humane Politik. Trotzdem stellt sich die Frage, warum ausgerechnet diese Bank, die in der antisemitischen Tradition eine so wichtige Rolle darstellt?