Buchkritik „Mord auf Bestellung“ von Jack London

Bei dem Agententhriller „Mord auf Bestellung“ handelt es sich eigentlich um ein unvollendetes Manuskript des US-Autors nach einer Idee von Sinclair Lewis. Dieses wurde 1963 von dem britischen Kriminalautor Robert L. Fish vollendet.

In ihm geht es um eine Attentatsagentur, die von ihren Klienten vor der Ausführung ihrer Aufträge nicht nur Geld will, sondern auch eine moralische Begründung, warum die Welt ohne das Opfer besser dran ist.
Geleitet wird die Agentur von Ivan Dragomiloff. Doch dann erscheint Winter Hall bei Dragomiloff, gibt dessen Tod in Auftrag und kann diesen auch moralisch begründen. Deswegen gibt Dragomiloff seinen eigenen Tod in Auftrag. An ihr Wort gebunden jagen die Mitglieder der Attentatsagentur den flüchtigen Dragomiloff. Doch dieser schlägt zurück und lichtet die Reihen seiner Freunde.
Winter Hall findet sich plötzlich in der Rolle des kommissarischen Verwalters der Attentatsagentur wieder, die er eigentlich durch seinen Auftrag zerschlagen wollte. Zudem muss er feststellen, dass es sich bei Dragomiloff gleichzeitig um den geliebten Onkel Sergius seiner Verlobten handelt. Diese sind keine zwielichtigen Gestalten, sondern Gelehrte, die aus philosophisch-idealistischen Motiven für die Attentatsagentur arbeiten.

Die Figuren bleiben blass und die Szenerie teilweise auch. Die philosophische Dispute in Dialogform über Moral, Eide etc. können schnell auch langeweilen, zumal sie sich auch wiederholen. Grundfrage bleibt: Ist es legitim böse Menschen zu töten?
Das Rezept ist gut, doch bleibt das Gericht eher fad. Schade, aber ganz sicher nicht Jack Londons beste Arbeit.

Jack London: Mord auf Bestellung, Zürich 2016