„Aufstehen gegen Rassismus“ – mit religiösen Konservativen?

Zunächst einmal voraus geschickt: Diese Kritik ist keine antimuslimische Verschwörungstheorie. Das Bündnis „Aufstehen gegen Rassismus“ und die dazugehörige Kampagne der „Stammtischkämpfer*innen“ wird trotz aller Detailkritik begrüßt. Bei dieser Kritik geht es um einem der Bündnispartner der Kampagne: Der „Zentralrat der Muslime“ (ZMD).
Aufstehen gegen rassismus mit dem ZMD
Der ZMD ist nämlich eine sehr religiös-konservative Organisation, was sich u.a. in Bezug auf Homosexualität oder Geschlechterrollen äußert. Schlimmer noch, die „Islamische Gemeinschaft Deutschlands“, Mitglied im ZMD, gilt laut dem Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ als deutscher Ableger der sunnitisch-islamistischen Muslimbruderschaft. Diese strebt eine Art Gottesstaat an. Dabei ist der ZMD, anders als sein Name impliziert, keine legitimierte Vertretung „der Muslime“ in Deutschland, sondern vertritt nur einen Bruchteil aller Muslime in Deutschland.

Anders als irgendwelche Bachmanns und Stürzenbergers behaupten, droht aber keine Islamisierung des Abendlandes und keine allgemeine Etablierung der Scharia. Das Problematische ist eher, wenn islamisch-konservative bis islamistische Organisationen in die muslimische Minderheit hineinwirken und dort ihre ultrakonservativen Positionen an Raum gewinnen. Das gelingt auch, wenn sie ständig als Ansprechpartner und Stellvertreter legitimiert werden.
Der Einbezug einer Organisation wie des „Zentralrats der Muslime“ in das Bündnis war als Geste sicherlich gut gemeint, aber eine theologisch liberale muslimische Organisation wäre da sicherlich besser gewesen.


0 Antworten auf “„Aufstehen gegen Rassismus“ – mit religiösen Konservativen?”


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


vier + = neun