Archiv der Kategorie ' Antisemitismus & Israelfeindschaft'

Kommentar in der „Schwäbischen Post“ vergleicht orthodoxe Juden mit Reichsbürgern

In der schwäbischen Provinz scheinen die Journalisten auf seltsame Vergleiche zu verfallen. So vergleicht ein Manfred Moll in einem Kommentar in der „Schwäbischen Post“ vom 17. Februar 2017 die rechtsextremen Reichsbürger mit orthodoxen Juden:

„Die sogenannten Reichsbürger sind ideologisch ähnlich gefangen wie die orthodoxen Juden in Israel, die auch ihren Staat nicht anerkennen. Man sieht im Falle der „Reichsbürger“ jedoch, dass nicht nur religiöser, sondern auch […].“

Schwäbische Zeitung seltsame Analogie
Offenbar verarbeitet hier ein Provinzjournalist seine Abneigung in einem abseitigen Vergleich.

United (Nations) against Israel

Man muss kein Unterstützer der Siedlungstätigkeit Israels oder seiner rechten Regierung sein, um eine gehörige Schieflage bei den UN-Resolutionen gegen Israel zu erkennen.
Anti-Israel-UN-Resolutionen
Der blutige Bürgerkrieg in Syrien hat den Israel-Palästina-Konflikt nur zeitweise überdeckt. Inzwischen widmen sich die Weltöfentlichkeit, die Politik und die Medien wieder dem Konflikt im Land nebenan. Über 300.000 Tote im Bürgerkrieg in Syrien in vier Jahren sind nicht so wichtig wie 20.000 Tote im Israel-Palästina-Konflikt in 60 Jahren. Seltsam.

Antizionistische Kurzschlüsse: Israel ist Schuld!

Das „Palästina-Komitee Stuttgart“ und der Verein „Palästinensische Gemeinde Deutschland-Stuttgart e.V.“ sind nicht gerade für ihre ausgewogene Darstellung des Israel-Palästina-Konflikts bekannt.
Für den 7. Mai kündigten die beiden Gruppen auf dem Schlossplatz in Stuttgart einen „Palästina-Nakba-Tag“ an. Als Schirmfrau fungierte die einschlägig bekannte Felicia Langer.
In dem Aufruf dazu wird – natürlich – Israel die Schuld gegeben:

„Die Palästinenser protestieren gegen die andauernde ethnische Säuberung in Palästina durch den Staat Israel“.

Es wird behauptet:

„Die Gründung des Staates Israel war verbunden mit der gezielten, militärisch geplanten, ethnischen Säuberung Palästinas.“

Das die umliegenden arabischen Staaten Israel kurz nach der Ausrufung des Staates angriffen, um es von der Landkarte zu löschen, wird natürlich verschwiegen.
Weiter ist im Text die Rede von „zionistische[n] Apartheidsgesetze[n]“ und dem „israelischen Apartheidstaat“.
Ansonsten spricht der Text von angeblich „etwa 7 Millionen palästinensischen Flüchtlinge[n]“ und behauptet „2/3 der Bevölkerung des Gazastreifens sind Flüchtlinge aus dem Jahr 1948“. Nach dieser Logik, die unsinnigerweise auf von dem regionalen UN-Hilfswerk geteilt wird, sind auch noch die Urenkel von vertriebenen oder geflüchteten Personen, die bis 1948 im heutigen Israel ansässig waren, so genannte „Flüchtlinge“ aus einem Gebiet, was sie selber zumeist nie gesehen haben.
Mit dem Beharren des „Rechts auf Rückkehr“ für bis zu 7 Millionen Menschen will man den jüdischen Staat Israel unter Druck setzen und verhindert mit solchen Maximalforderungen eine friedliche Einigung. Vermutlich ist das aber auch gar nicht das Ziel, sondern Ziel dürfte eher die Eliminierung Israels sein.
Doch die radikalen Palästinenser und ihre UnterstützerInnen haben derzeit ein Problem. Der Bürgerkrieg in Syrien hat sie von der Aufmerksamkeits-Agenda verdrängt. Hier weiß sich der Aufruf clever zu helfen:

„Gerade jetzt wird in Deutschland hautnah für alle spürbar, wie aktuell die Palästinafrage ist.“

Warum?

„Zehntausende der Flüchtlinge, die in den letzten Monaten vor allem aus Syrien, Irak sind Palästinenser.“

Kein kritisches Wort über Assad oder dessen Kontrahenten, die über 300.000 Tote und die Millionen von Flüchtlingen verursacht haben. Natürlich auch kein Wort das viele palästinensische Organisationen, wie z.B. bis 2013 die islamistische HAMAS, vom Assad-Regime protegiert und unterstützt wurden.
Stattdessen bleibt alles innerhalb der antizionistischen Kurzschluss-‘Logik‘: Israel war’s!

Och nee, die Rothschilds waren es mal wieder

Die Serie „Shameless“ gibt es sowohl in einer Fassung, die in England spielt, wie eine, die in den USA spielt.In der fünften Staffel wird das Armuts-Viertel gentrifiziert, in dem die Familie, deren Geschichte in der Serie erzählt wird, lebt. Frank, der Rabenvater und Überlebenskünstler der Familie, verkündet in seiner Stamm-Bar:

„Ich spreche hier von Gentrifizierung, Freunde. […] Wir sind die Dinosaurier, mein Freund. Und ein enormer, fetter Komet steuert auf unser schönes Stückchen Erde zu. Und dieser Komet ist Starbucks.“

Die ärmlichen Häuser im Viertel werden aufgekauft und abgerissen. Doch es ist nicht irgendeine Bank, die hier an der Verdrängung der ärmeren Bewohner*innen schuld ist. In einer Folge wird sie direkt benannt: Die Rothchild-Bank.
Shameless Rothchild
Nun ist die Rothchild- bzw. Rothschild-Bank eine Institution, die in antisemitischen Verschwörungsmythen häufig eine Rolle spielt. Die jüdische Bankiers-Familie der Rothschilds wird dabei zum Zentrum einer geheimen Weltregierung gemacht.
Wenn in „Shameless“ diese Bank für negative Entwicklungen verantwortlich gemacht wird, dann kann das im schlimmsten Fall an antisemitische Mythen anknüpfen.
Tatsächlich gibt es eine Rothschild-Bank und natürlich macht sie wie jede Bank keine sonderlich humane Politik. Trotzdem stellt sich die Frage, warum ausgerechnet diese Bank, die in der antisemitischen Tradition eine so wichtige Rolle darstellt?

Spiegel Online realsatirisch

„Drei junge Palästinenser füllen nachts an einer Tankstelle mehrere Glasflaschen mit Dieseltreibstoff, verstopfen sie mit brennenden Stofffetzen und werfen die Brandsätze gegen die Eingangstür des jüdischen Gotteshauses in Wuppertal. Handelt es sich dabei um Antisemitismus?“

SpOn-Realsatire

Na, das erinnert ja an ein altes Titanic-Cover:
War Hitler Antisemit?
Aber hey, vielleicht war das ja alles nur etwas übertriebene ‚Israel-Kritik‘, so ähnlich wie die linke Bombe im jüdischen Gemeindehaus?